Jugendschutzrichtlinien im World Wide Web

Viele Bezeichnungen, die das Wort Sex enthalten, werden auf Index-Listen gesetzt, um die Jugendschutzrichtlinien einzuhalten. Dabei hat dieses Wort so viele unterschiedliche Bedeutungen (unter anderem auch die englischsprachige Geschlechterspezifikation), dass hier eine einheitliche Regelung kaum möglich sein dürfte. Taucht das Wort aber in Verbindung mit anderen Kombinantionen wie zum Beispiel Camsex auf, ist die Ausrichtung der Seite im Internet, auf die das Stichwort verweist, sicher eindeutiger nach ihrem Genre zu klassifizieren. Trotzdem sollte man hier nicht – wie es ein altes Sprichwort auch besagt – Alles über einen Kamm scheren.

Bei Seiten, die auf das Stichwort „Camsex“ reagieren, muss es sich nicht zwangsläufig auch gleich um jugendgefährdende Seiten handeln. Viele Seitenbetreiber im Netz setzen absichtlich bei ihren Tags, die die Auffindbarkeit der einzelnen Seiten erhöhen sollen, Schlagworte ein, die in eine ganz andere Richtung weisen. Statistisch gesehen erreichen Seiten, die über teilweise fragwürdige Tags gefunden wurden, eine wesentlich höhere Zugriffsrate, als wenn sich die eingesetzten Keywörter nur auf den tatsächlichen Seiteninhalt beziehen würden. Das mag unter anderem daran liegen, dass bestimmte Wortkombinationen bei Teilen der Bevölkerung eben auch eine gewisse Neugier auf das vermeintlich Unerlaubte auslösen. Ob der Zweck hier wirklich die Mittel heiligt, sollten sich die Seitenbetreiber jedoch trotzdem einmal ernsthaft fragen.

Denn ob die Klientel, die auf herausfordernde Tags generell gut anspricht, auch tatsächlich der Kreis von Nutzern ist, den man mit seiner eigenen Internetpräsenz ansprechen möchte, bleibt dahingestellt und ist sicher in Zahlen auch nicht auszudrücken. Fakt ist jedoch, dass man nicht zwangsläufig ein Wort oder eine einfache Wortkombination auf einen Index setzen sollte, sondern sich andere Mittel zum Ausschluss jugendgefährdender Seiten überlegen könnte. Um dem Jugendschutzgesetz hier in vollem Umfang gerecht zu werden, wäre eine Altersklassifikation, die durch die Eingabe der Personalausweisnummer bei einigen Seitenbetreibern ja bereits erfolgreich praktiziert wird, die wesentlich bessere und sicherere Lösung aller Probleme.