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Der Bedarfsausweis ist in vielen Fällen genauer als der Verbrauchsausweis. Vor allen ist diese Form des Energieausweises weniger manipulierbar. Der Bedarfsausweis ist eine objektive Bewertung des Gebäudes, unabhängig vom Heizverhalten des Einzelnen oder von Witterungseinflüssen und Abrechnungszeiträumen. Im Bedarfsausweis wird die energetische Qualität des Gebäudes bewertet. Dabei werden die verschiedensten Kriterien zur Bewertung herangezogen. Die Art des Mauerwerks, die Art und das Alter der Heizung, welche Dachform ist vorhanden, sind bereits Wärmedämmungsmaßnahmen erfolgt, bestehen erhebliche Kältebrücken, welche Fenster sind in dem Gebäude vorhanden, wie alt sind die Fenster, usw.. Unter Berücksichtigung aller dieser Tatsachen wird der Bedarf des Gebäudes in kn/h pro m² ermittelt. Außerdem werden zwei Energiewerte ermittelt. Die Endenergie und die Primärenergie. Die Endenergie ist die Energie, die das Gebäude pro m² tatsächlich für die Heizung und die Warmwasseraufbereitung verbraucht wird. Die Primärenergie ist die Energie, die notwendig ist um die tatsächliche Endenergie zu gewinnen. Denn um die Endenergie zu gewinnen, benötigt man ja noch Energie für die Bearbeitung, den Transport und die Gewinnung der Energie. Alle diese Kosten zur Endenergie zugerechnet ergibt die Primärenergie. Bei Umrechnung der Endenergie kann man davon ausgehen, dass ca. 10kw/h einem Heizölverbrauch von einem Liter entsprechen. Wenn man dann noch bedenkt das der Ölpreis pro Barrel in den Jahren seit 1970 von 1,67€ auf 100,00€ im Jahre 2008 gestiegen sind, dann kann man erst ermessen, wie viel teurer die Energie in den letzten Jahren geworden ist und auch wie viel Energie und Geld man mit den entsprechenden Maßnahmen einsparen kann. Daher sollte man nicht an der Erstellung eines objektiven Energieausweises sparen, denn dieser zeigt die Schwachstellen im Gebäude genau auf und gibt die Grundlage für vorzunehmende Energieeinsparungsmaßnahmen. Diese Maßnahmen haben sich bei den augenblicklichen Energiepreisen in wenigen Jahren amortisiert und da ein Ende der Preiserhöhung im Energiebereich nicht abzusehen ist, ist der Energieausweis ein wichtiges Hilfsmittel bei der Renovierung des Gebäudes. Das gilt gerade auch für diejenigen Haus- oder Wohnungsbesitzer die nicht mit dem Gedanken an einen Verkauf der Immobilie befasst sind, sondern die ihr Einsparpotential ausnutzen wollen. Wenn man bedenkt, das rund zwei Drittel der bestehenden Ein- und Zweifamilienhäuser nicht oder nur unzureichend gedämmt sind, kommen somit enorme Summen zusammen, die eingespart werden können. Und der Energieverbrauch würde deutlich gesenkt, was nicht nur zur Kosteneinsparung beiträgt sondern auch unserem Klima und der Umwelt zugute käme. Aus diesem Grunde, sollten sich die Hausbesitzer die Erstellung eines Bedarfsausweis überlegen.
